Auswandern nach Frankreich und Leben in Frankreich

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Auswandern nach Frankreich und Leben in Frankreich

So manch einer träumt vom sprichwörtlichen „Leben wie Gott in Frankreich“ im schönen Südstaat der EU. Ein Neuanfang in Frankreich bringt jedoch eine Vielzahl behördlicher Hürden mit sich, über die man vorab gründlich informiert sein sollte. Hier erfahren Sie, was Sie hinsichtlich Mieten einer Wohnung, Kontoeröffnung, Anmelden eines Wohnsitzes und Krankenversicherung erwartet.

Erste Voraussetzung: Gutes Französisch

Es ist nicht nur ein Klischee: Die Franzosen sind stolz, und besonders stolz sind sie auf ihre Sprache. Wer nach Frankreich zieht, ohne sich bereits sehr gut auf Französisch verständigen zu können, wird nicht nur viele verachtende Blicke ernten, sondern manchmal auch komplett ignoriert werden. Auch wenn viele Franzosen mittlerweile ausreichend Englisch sprechen, sträuben sie sich in der Regel dagegen, dieses zu benutzen und hören lieber zu, wie sich der Ausländer mit der französischen Sprache abmüht. Ein Vorteil für den Lerner besteht darin, dass viele Franzosen ihre Sprache beleidigt sehen, wenn man allzu viele Fehler macht, und zügig falsche Aussprache, Grammatik oder Wörter korrigieren.

Mieten einer Wohnung

Endlich ist es soweit: Der Arbeitsvertrag in Frankreich ist unterschrieben, der Arbeitsbeginn steht fest, jetzt muss man nur noch schnell eine Wohnung in der Stadt der Wahl finden. Doch dies ist gar nicht so einfach. Die meisten Mietwohnungen in Frankreich werden über prestigereiche Makleragenturen vermittelt. Je besser das Ansehen der Agentur, desto anspruchsvoller werden auch die Anforderungen, die diese Agentur an den künftigen Mieter stellt.

In der Regel gilt: Ein Mieter muss mindestens das Dreifache vom monatlichen Mietpreis verdienen. Gefordert wird zudem ein Bürge, der die Aufrichtigkeit des künftigen Mieters versichert und zur Rechenschaft gezogen wird, wenn der Mieter den monatlichen Mietzahlungen nicht nachkommt oder sich anderweitig Schuld zukommen lässt. Jedoch gibt es hier eine Voraussetzung, die vielen Ausländern zum Problem wird: Der Bürger muss in Frankreich sesshaft sein und in Frankreich Steuern zahlen! Auch er sollte mindestens das Drei- oder Vierfache des monatlichen Mietpreises verdienen!

Was tun, wenn man weder ein besonders hohes Gehalt vorzuweisen hat noch einen geeigneten Bürgen? Die einzige Möglichkeit, eine Wohnung zu mieten, besteht in diesem Fall darin, sich nur auf Anzeigen von Privatpersonen zu konzentrieren und sich mit diesen persönlich zu einigen.

Kontoeröffnung

Die Kontoeröffnung ist einfach, wenn man bereits einen Arbeitsvertrag vorzuweisen hat. Zuvorkommende Bankmitarbeiter freuen sich in der Regel über Neukunden, und innerhalb kurzer Zeit bekommt man die sogenannte ‚Carte bleue‘, die Maestro- und Kreditkarte in eins darstellt. Außerdem ist in Frankreich noch immer das Ausstellen von Schecks eine weitverbreitete Zahlungsmethode. Man sollte daher das kostenlose Angebot der Bank annehmen, auch direkt ein Scheckbuch zu erhalten.

Meistens bekommt man nach Kontoeröffnung sofort einen ‚RIB‘ (relevé d’identité bancaire), das heißt, eine Bescheinigung über die Bankverbindung. Diese wird in den verschiedensten Situationen in Frankreich gefordert, sei es beim Abschluss eines Handyvertrages oder beim Mieten eines Autos. Es empfiehlt sich also, stets eine Kopie des ‚RIB‘ bei sich zu tragen.

Anmelden eines Wohnsitzes

Seinen neuen Wohnsitz in Frankreich meldet man beim Rathaus der Stadt an. Unverheiratete Paare, die zusammenleben, haben die Möglichkeit, eine ‚concubinage‘ zu beantragen, also eine eheähnliche Lebensgemeinschaft. Diese Eintragung erlaubt beispielsweise einem Partner, von Vorteilen der betrieblichen Krankenversicherung des anderen zu profitieren. Beim Beantragen der ‚concubinage‘ braucht man zwei Zeugen, die nicht zur Familie gehören und untereinander nicht verheiratet sind.

Wer allein lebt, muss in der Regel nur einen Identitätsnachweis vorlegen sowie eine aktuelle Abrechnung. Dazu zählen normalerweise Strom- oder Wasserrechnungen, die gleichzeitig den Wohnsitz bestätigen. Ein Mietvertrag allein reicht dagegen in der Regel meistens nicht!

Krankenversicherung und Sozialversicherungsnummer

Die Anmeldung der obligatorischen Sozialversicherungsnummer (‚numero de securité social) und der Krankenkasse erfolgt an derselben Stelle, nämlich bei der ‚assurance maladie‘ (Krankenversicherung). Wenn man dieses Amt besucht empfiehlt es sich, sämtliche bereits erhaltene Dokumente mitzunehmen, da ein Großteil davon vorgelegt werden muss.

Dazu gehört ein Identitätsnachweis, der ‚RIB‘ (die oben genannte Bescheinigung über die Bankverbindung), eine aktuelle Abrechnung von Wasser oder Strom, ein Mietvertrag, Arbeitsvertrag, Bescheinigung über die bisherige Krankenversicherung und möglicherweise auch eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde aus dem Heimatland.

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Frankreich nur eine staatliche Krankenversicherung, die sogenannte ‚assurance maladie‘, die 70% aller Arzt- und Medikamentenkosten übernimmt. Den Rest bezahlt man entweder selbst, oder man bemüht sich um eine zusätzliche Krankenversicherung, die auch den Eigenanteil deckt. In manchen Firmen gibt es diese zusätzliche Versicherung bereits als Teil der Zusatzleistungen für den Arbeitgeber.

Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/9088/

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